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Brüssel,
1. Juni 2005
Erklärung von Josep Borrell Fontelles, Präsident
des Europäischen Parlaments, Jean-Claude Juncker, Präsident
des Europäischen Rates und José Manuel Barroso, Präsident
der Europäischen Kommission, zum Ausgang des Volksentscheids über
den Verfassungsvertrag in den Niederlanden
"Die Bürger der Niederlande
haben sich wie die Franzosen gegen eine Ratifizierung des Verfassungsvertrags
ausgesprochen.
Wir respektieren diese Entscheidung. Das nach einer umfassenden und intensiven
Debatte zustande gekommene Ergebnis dieser demokratischen Abstimmung verdient
eine gründliche Analyse. Diese kann nicht von heute auf morgen erfolgen.
Es ist und bleibt unsere Überzeugung, dass der Verfassungsvertrag
die Europäische Union demokratischer, effizienter und stärker
macht, und dass alle Mitgliedstaaten die Möglichkeit haben müssen,
sich zu dem Entwurf des Verfassungsvertrages zu äußern.
Neben den vierzehn Mitgliedstaaten, die noch nicht die Gelegenheit hatten,
das Ratifizierungsverfahren abzuschließen, haben neun weitere den
Vertrag bereits ratifiziert, und zwei haben ihn abgelehnt. Daher hat die
Präsidentschaft beschlossen, dass sich der Europäische Rat auf
seiner Tagung am kommenden 16. und 17. Juni eingehend mit der Lage befasst.
Wir haben auch die Botschaft der französischen und niederländischen
Bürger zum europäischen Einigungsprojekt vernommen, und wir
werden ihre große Beachtung schenken. Die europäischen Organe
werden die Anliegen der Bürger ernst nehmen und ihr Bestes geben,
ihnen gerecht zu werden.
Wir sind zuversichtlich, dass wir – nationale Regierungen, europäische
Organe, politische Parteien, Sozialpartner und Zivilgesellschaft – gemeinsam
und partnerschaftlich Wege finden werden, das europäische Einigungswerk
auf der Grundlage eines breiten Konsenses in Bezug auf seine Identität,
seine Ziele und seine Mittel voranzubringen. Denn Europa besteht fort,
und seine Organe bleiben uneingeschränkt handlungsfähig
(Quelle: http://europa.eu.int)
Also, liebe Leverkusener
Europäer!
Seien wir zuversichtlich,
dass Europa sich auch von diesem Treppensturz erholen wird. Die Kommentatoren
sind sich weitgehend darin einig, dass die Bürgerinnen und Bürger
in Frankreich und den Niederlanden nicht gegen den Willen zu einem friedlichen
und kontruktiven Miteinander in Europa gestimmt haben. Sie haben viel
eher genau das getan, was auch bei der Landtagswahl in NRW zu fühlen
war: Sie haben den Regierenden ihre Angst mitgeteilt. Die Angst, dass
unbedachte politische Entscheidungen die persönlichen Existenzgrundlagen
der Menschen gefährden könnten. Die Angst, in einer rasanten
weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung an den Rand der Wohlstandsgesellschaft
zu geraten. Natürlich ist es paradox, dass gerade dieser "Denkzettel"
den wirtschaftlichen Standpunkt der Bürgerinnen und Bürger eher
verschlechtert. Und dass gerade die politische Einheit dazu notwendig
sein wird, einen soliden Wirtschaftsraum zu wahren. Aber die Aufgabe der
Politik besteht nun einmal darin, Menschen zu überzeugen. Das kann
sie sich nicht ersparen.
Übrigens... das Foto
oben ist selbstverständlich gestellt und meinen Kindern hat es Spaß
gemacht. Hoffen wir, dass der europäische Einigungsprozess genauso
schnell wieder auf die Beine kommt!
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