AKTUELL - August 2006
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Die Stadt Münster und ihre Bedeutung für die Europäische Entwicklung
Ziel einer Tagestour des Kreisverbandes Leverkusen der Europa-Union war am 15. August 2006 die geschichtsträchtige Stadt Münster in Westfalen. Die schlechte Wetterprognose war wohl der Hauptgrund dafür, dass leider nur knapp 30 Interessierte diese Studienreise nutzten, für Rolf Lobers die Feuerprobe erstmals als verantwortlicher Reiseleiter.
Auf dem stark stau-belasteten Autobahnweg nach Münster hatte der Verfasser (als gebürtiger Münsteraner) ausreichend Zeit, seine Erfahrungen mit der Historie, den Sehens- und Merkwürdigkeiten Münsters an die Mitreisenden weiterzugeben. Die beiden StadtführerInnen und der "Kiepenkerl" waren durch die Verspätung des Busses leider gezwungen, ihre Führung in Innenstadt und Freilichtmuseum im Schnelldruchgang zu absolvieren.
Die Reisenden, wissensdurstig
und lauffreudig trotz schwülen Wetters, marschierten vom Ausgangspunkt,
dem Ägidii-Platz, über den autofreien Prinzipalmarkt, Münster´s
Gute Stube, direkt zum Rathaus, um den bekannten Rathaus-Saal, den Friedenssaal,
und dessen Bedeutung für die Europäische Entwicklung nach dem 30-jährigen
Krieg ( 1618-1648 ) kennen zu lernen.
Kurz vor 12 Uhr in unmittelbarer Nähe im Paulus-Dom angekommen, ging es
schnurstracks zur Weltuhr, die bei Angabe der genauen Uhrzeit in einem zweimaligen
Umlauf täglich um 12 Uhr die Verehrung der Mutter Gottes mit dem Jesuskind
durch die „Heiligen Dreikönige“ zeigt. Höhepunkte der Erläuterungen
zum Dombau waren die Büste und Grabkapelle des Kardinals Clemens von Galen
„dem Löwen von Münster“ und der Dom-Kreuzgang. Vom Domberg, dem Hosteberg,
ging es ein paar Schritte abwärts zum Denkmal des „Kiepenkerls“ vor der
Traditions- und Brauerei-Kneipe „Pinkus Müller“ und wieder aufwärts
unter den Arkaden an Traditionsgeschäften vorbei zur Stadtkirche St. Lamberti,
an dessen Turm, der die Domtürme überragt, am oberen Kirchenturmkranz
traditionell und aktuell Wolfram Schulze als hauptamtlicher Türmer und
Stadtschreiber seinen Dienst versieht. Natürlich kamen die drei Käfige
im Kirchturm zur Sprache, die Zeichen der Verurteilung und des Untergangs der
aus den Niederlanden zugezogenen „Täufer“ und des „Täufertums“ (1551-1555
) in Münster sein sollen.
Anschließend führte der Weg durch die angrenzende
„Salzstrasse“, die mit im Boden eingelassenen Plaketten und Originalsteinen
aus den früheren Hanse-Städten auf die Bedeutung dieser „internationalen“
Handelsstrasse vom Atlantik bis zum Kaukasus hinweist. Hinter dem Krameramtshaus
befand sich, so die Ausgrabungsfunde aus dem Mittelalter, die einzige zusammenhängende
jüdische Ansiedlung mit einer Synagoge, einem Frauen-Waschhaus und einer
„koscheren“ Metzgerei. Am Erbdrostenhof, der zahlreiche Gesandte zu den Friedensverhandlungen
( 1645-1648 ) beherbergte, an der Clemenskirche, die heute nach Wiederaufbau
zahlreiche Hochzeiten und Musikaufführungen sieht, und der Dominikanerkirche,
der „Universitätskirche“, vorbei ging´s zum „Alten Gasthof Leve“.
Dort der Treff mit dem NRW-Landesgeschäftsführer Dr. Pantaleon Giakoumis
und der neuen Kreis-Vorsitzenden der Europa-Union Münster Monica Heitz
und die mittägliche nötige Stärkung.
Ein „Kiepenkerl“ in traditioneller Tracht, früher eigentlich ein über´s
Land mit der Kiepe ziehender Kleinhändler und Informant, gab bei seinen
Erläuterungen zu den Gebäuden und Anlagen auch ein paar westfälische
„Dönekes“ (= lustige und skurrile „Geschichtchen) zum Besten.
„Wir hatten Glück mit dem Wetter, es regnete erst richtig kräftig, als wir zur Heimreise wieder im Bus saßen“ so der zufriedene Leverkusener Kreisvorsitzende Dr. Hans Georg Meyer. Typisch Münster´sches: Entweder läuten die Kirchenglocken oder es regnet. Es läuteten nacheinander gegen 18 Uhr sämtliche Kirchglocken!
Nach kurzer Stärkung im „Mühlencafé“ mit abschließendem westfälischen „Guet Joan“ (Guten Weg) im strömenden Regen also die staufreie und heile Heimfahrt nach Leverkusen, nicht mehr viel Zeit, vom „Pumpernickel“, von den realen und „verklärten“ oder Ideal-Gestalten wie vom „tollen Bomberg“ , einem bekannten adeligen preußischen Offiziers Giesbert von Romberg, oder vom Theologen, Biologen, Zoologen und Philosophen Prof. Hermann Landois zu erzählen.
Diese Studienreise also sicher ein lohnender Anreiz, später, vielleicht schon 2007 mehr von Land und Leuten in und um Münster herum kennen zu lernen

Autor: Dr. Jürgen Althaus
Bilder: Dr. Jürgen Althaus ( 20 ), Wolfgang Fischer (2 )
003 Münsters Partnerstädte
006 „Goldener Hahn“ im Friedenssaal
007 Im Friedenssaal ( Fischer )
008 „In Münsters guten Stube“, auf dem Prinzipalmarkt ( Fischer )
009 Betrachtung des blindengerechten Modells der Münsteraner Innenstadt
011 Domorgel mit Stadtführerin Altrock
017 Büste von Kardinal Clemens von Gahlen im Dom-Chor-Rundgang
019 Grabkapelle für den Kardinal von Gahlen
020 Im Dom-Kreuzgang
021 Kreuzigungsgruppe hinter dem Dom am Horsteberg
022 Vereinsbaum im Kiepenkerl-Karreé
023 Gruppenbild
v.l.n.r. Dr. Pantaleon Giakoumis, Dr. Hans Georg Meyer, Monica Heitz
024 Innenraum Clemenskirche ( Nähe Erbdrostenhof, dem Stadtpalais )
025 Hinter dem Eingangstor des Freilichtmuseums „Mühlenhof“
027 Tönernes Bierfaß
028 Blick auf den Hof- und Kräutergarten
029 Denkmal für den „Spökenkieker“
031 Vor dem Bienenhaus
032 „Bockwindmühle“
033 Vor der Dorfschmiede
037 Blick in die Dorfschule
040 Stadtkirche St. Lamberti
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Mehr Informationen zur Münster´schen Geschichte und einzelnen gesehenen und erwähnten Sehenswürdigkeiten in einer von Dr. Jürgen Althaus komprimierten Zusammenfassung:
Münster: Historische Unterlagen zur Stadtgeschichte