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Schiefers Kolumne Januar 2009 |
Liebe Europa-Freundinnen,
liebe Europa-Freunde,
mit 2008 geht ein von Krisen geschütteltes
Jahr zu Ende.
Zuerst war da die durch das irische Nein zum „EU-Verfassungsvertrag“ verursachte
Krise der erweiterten Europäischen Union. Seitdem dümpelt die EU-Politik
ziemlich paralysiert und ziellos daher.
Es zeigt sich mal wieder, dass viele EU-Mitgliedsstaaten weiterhin sich selbst
am nächsten sind. Irland ist da nur ein Beispiel. Die nachfolgende Weltfinanzkrise
hat diesen Eindruck noch verstärkt.
Bis heute gibt es immer noch kein untereinander abgestimmtes Konzept, diese
für die Weltwirtschaft so bedrohliche Krise zu bewältigen. War bisher
parallel zur politischen EU-Stagnation zumindest die Wirtschaftskraft der EU
ein Garant für die positive Entwicklung hin zur europäischen Einigung,
so bringt uns die Weltfinanzkrise jetzt auch noch unübersehbare wirtschaftliche
Probleme.
Paralysierung, Apathie und weiteres Miesmachen der Situation durch Wirtschaft,
Politik und Medien helfen uns aber nicht weiter, sondern verschlimmern sie nur
noch. Denn, wie eigentlich jeder weiß, ist diese Krise hauptsächlich
eine psychologische, mangels Vertrauen in die jetzige Finanzwelt.
Und dieses Vertrauen kann nur durch gut abgestimmte konzertierte Aktionen der
Politik wiederhergestellt werden. Und zwar durch klare EU-gesetzliche Rahmenbedingungen
für die Banken- bzw. Finanzwirtschaft, mit konkreten und auch ethisch fundierten
Spielregeln.
Die Krise sollte allen deutlich machen,
dass dem ungebremsten Neoliberalismus ein Ende gesetzt werden muss. Erste Schritte
in der EU sind dafür wohl gemacht, aber viel zu wenig harmonisiert.
Ich meine, dass eine von allen EU-Ländern gemeinsam durchgeführte
Bewältigung der erwarteten Wirtschaftkrise, auch positive Auswirkungen
auf die stagnierende EU-Politik haben kann, insbesondere auf die leider sich
ausgebreitete Politikmüdigkeit der EU-Bürger.
Trotz aller Krisen sollten wir Bundesbürger aber auch an das kommende Superwahljahr denken. Nicht nur die Bundestagswahlen sind von Wichtigkeit, sondern auch die für uns „EuropäerInnen“ genauso wichtigen Europa-Wahlen. Wir können nur hoffen, dass durch die Kopplung mit den Kommunalwahlen in NRW die Wahlbeteiligung nicht so beschämend wie bisher ist.
Darüber hinaus sollten wir auch nicht die unmenschlichen Situationen, Konflikte und Kriege in Afrika, Nahost und in Südosteuropa vergessen. Die Existenznöte der Menschen in diesen Regionen sind im Vergleich mit den Problemen in unserer westlichen Welt nur kleine „Peanuts“, um diesen immer noch aktuellen Begriff aus der „alten“ Finanzwelt zu gebrauchen.
Ich wünsche allen EuropäerInnen
ein gutes und friedvolles
Neues Jahr !
Ihr Bernd Schiefer
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