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Schiefers
Kolumne |
Gedankenspiele zur Fußball-WM
Pressenotiz:
„Anlässlich eines FIFA-Meetings schlug FIFA-Präsident
Joseph Blatter Franz Beckenbauer als seinen Nachfolger vor, was dieser dankend
annahm.
Beckenbauer ließ verlauten, dass eine seiner ersten Amtshandlungen die
Aufstellung einer
EU-Nationalmannschaft zur nächsten WM 2010 sei. Dadurch wäre eine
wesentliche Vereinfachung des Qualifikationsmodus gegeben, mit einer gerechteren
möglichen Teilnahme
der mittlerweile 207 FIFA-Mitgliedsländer. Die Idee wurde von allen Landesverbänden
mit
Begeisterung aufgenommen. Auch das Problem der zunehmenden Ausschreitungen von
europäischen nationalen Hooligans könne damit gelöst werden.
Darüber hinaus könne die Europäische Idee mit einer entsprechenden
EU-Identifikation positiv gestärkt werden.“
Leider ist diese Nachricht eine sehr fiktive ! Aber warum eigentlich ?
Fakt ist doch, dass bestimmt fast zwei Drittel aller
Bundesligastars Ausländer sind.
Brasilianer, Argentinier, Tschechen, Serben und Kroaten werden doch von den
Fans und auch den Medien als Leverkusener, Hamburger oder Münchner wahrgenommen.
Die letzteren treten sogar oft in bayrischen Lederhosen auf !!! Kämpfen
sie dann nicht nur für ihre Stadtmannschaft ?
Warum dann nicht eine EU-Mannschaft mit absoluten Top-Stars, und nicht wie bisher,
europäische Ländermannschaften mit mehr oder weniger mittelmäßigen
Kickern, die es immer schwerer haben, sich gegen südamerikanische, afrikanische,
ja sogar asiatische Mannschaften zu behaupten !
Aber jetzt doch Schluss mit den visionären Gedankenspielereien.
Schön wär´s ja für uns
„Europäer“; gerade jetzt, wo der europäische Zug mehr Schub bräuchte.
Wo es derzeitig an großen Umsetzungen doch sehr hapert, ist es um so wichtiger,
weiter eine Politik der kleinen Schritte, insbesondere innerhalb der EU-Bevölkerung,
zu forcieren.
Und dazu gehört eine Stärkung der europäischen Identität
in den Köpfen der Bürger; auch wenn die obige Fiktion für eine
Realisierung noch allzu verfrüht ist.
Bernd Schiefer